Lagerbericht


Theatralis - Foto Theaterlager Ces 2016

Theaterlager Balmberg 2017

Klassenlager 4. Klasse aus Zürich- Seebach

(Text von den 4. Klässler und 4. Klässlerinnen verfasst)

 

Die Theaterzeit begann schon nach den Herbstferien.  Wir hatten das Thema " Forscher und Erfinder". Wir bekamen eine Einladung zum Internationalen Forschungszentrum im Balmberg.  Dort spielten wir unser Theater. Wir bildeten vier Gruppen. TV Show, Hirnforscher, Räuber und Polizisten, Tiere und Konferenzteilnehmer. Wir hatten im Lager vier  Tage Zeit, um unser Theater zu erfinden und zu üben.  In unserem Theater ging es dann um eine Wunschmaschine, die kaputt war. Wenn sich jemand etwas wünschte, ging es von jemand anderem weg. Im Theater mussten dann die Forscher die Maschine so umbauen, dass sie wieder ging. Dafür mussten die Sicherheitsleute die Maschine auch vor den Räubern beschützen. Am Schluss war alles wieder gut mit der Wunschmaschine.

 

Zum Glück hatten wir auch viel Freizeit.  Draussen konnten wir Schneemänner bauen oder Schneeballschlachten machen. Wir sind

auch geschlittelt. Der Schnee war ungefähr 40 Zentimeter hoch, das war für unsere Beine sehr tief.

 

Drinnen machte es auch viel Spass. Einmal hat Nora, unsere Leiterin, Fackeln versteckt und wir mussten sie suchen. Seline, unsere zweite Leiterin, hat uns dann eine Feuershow gezeigt. Es war mega cool im Lager.

 

Theaterabend " Die Wunschmaschine"

Unser Ziel war es, das Theater den Eltern vorzuführen.

Zum Glück kamen die Eltern am Donnerstagabend

gut im Lagerhaus an, trotz der eisigen Strassen. Sie waren gespannt, denn sie wussten nicht, was sie erwartet. Vor dem Theater waren wir Kinder sehr

nervös.

Als allererstes spielten zwei Kinder zweihändig Klavier. Nach dem Fackeltanz der Räuber ging es im Forschungs-zentrum weiter. Zum Schluss haben wir alle gemein-

sam ein Lied gesungen. Danach gab es Suppe und Brownies für alle.



Theatralis - Foto Theaterlager Ces 2016

Theaterlager Alp Ces 2016

Text von Ruth Noël-Hermann

 

Wie löst man ein Problem? Wie bringt man verschiedene Ansprüche in Übereinstimmung? Wie können wir uns entwickeln ohne die Natur zu zerstören? 

 

Zu solchen grossangelegten Grundfragen kann man heutzutage hochpreisige Manager-Seminarien buchen.

Man kann aber auch eines Samstag-nachmittags durch den tessiner Bergwald auf die hochgelegene Alpe Ces steigen, über den vom niedergegangenen Regen noch dampfenden dunklen Erdboden, an Wasserfällen vorbei, die aus schwindelnder Höhe stürzen,  und  dann immer schräg aufwärts durch die in der Abendsonne funkelnden Kastanienblätter. Dort trifft man auf eine Schar Kinder, die in weniger als einer Woche zu einer Gemeinschaft  zusammengewachsen sind und nun ein selbsterfundenes Theaterstück präsentieren, bei dem es genau um die eingangs erwähnten Fragen geht.  Die Problemlösungen entwickeln sich vom Zubetonieren der gesamten Alp über einen autonom gewordenen Gummistiefel bis zur Reise in die Vergangenheit durch einen verrückt gewordenen Bilderrahmen. Die Versöhnung der magischen Natur-Wesen mit der modernen Welt - alles live und überaus witzig kommentiert für Radio SRF und das rennommierte Journal „The New Yorker“ - gelingt schliesslich auf dem Heuboden eines mehrhundertjährigen Gotthard- Hauses, welcher vom gesamten Publikum über eine schmale Steintreppe und eine hölzerne Hühnerleiter erklommen wird. Dort, dichtgedrängt unter den schweren Giebelbalken, bekommt man unweigerlich den Eindruck,man habe ganz grossem Welttheater beigewohnt. Denn alles, was unsere Kinder uns sprühend vor Kreativität und Spiellust vorgeführt haben, haben sie in dieser Woche auch selber erlebt: sie haben in einer selbstentworfenen Rolle eine neue Identität ausprobiert, nach Zusammenschluss und Übereinstimmung ihrer Ideen gesucht, in Hitze und Gewitter die elementare Macht der Natur erfahren und bei alledem auch noch jede Menge Spass gehabt. Von solchen Ergebnissen können Management-Seminarien nur träumen - ganz abgesehen davon, dass Kinder, die diese Erfahrungen haben machen dürfen, solche Seminarien später gar nicht mehr brauchen werden. Entsprechend am Schluss der tosende Applaus, der nicht zuletzt der feinfühligen und kompetenten Führung des Teams um Regula Friedli gilt.

 

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Theaterlager Alp Ces 2015

Text von Ruth Noël-Hermann

Die Uraufführung eines brandneuen Stückes, vor atemberaubender Bergkulisse unter freiem Himmel, die Bühne ist ein ganzes Bergdorf - es gibt ausschliesslich Hauptrollen, die Schauspieler sind hochmotiviert und vibrieren vor Energie, das Stück ist ebenso originell wie lustig, aber auch tiefsinnig und berührend: nein, das ist kein Märchen, sondern das unglaubliche Resultat einer nahezu märchenhaften Lagerwoche, welche meine Tochter auf der tessiner Alp Ces verbringen durfte.

 

Der Besuch der Uraufführung hat zwar einen stotzigen Aufstieg durch den Sommerwald erfordert, dafür winkt nachher eine Dusche direkt unter dem Wasserfall und auch das nachfolgende Übernachten in einer von Lärm, Hektik und selbst Elektrizität befreiten Natur, in herrlicher Stille, ist ein Erlebnis und hat uns Eltern ein bisschen nachfühlen lassen, was für unsere Kinder möglich wurde: eine Abenteuerreise ohne Störung, in höchster Konzentration, und trotzdem entspannt und lustig, ein unverkrampftes Gemeinschaftserlebnis das ganz nebenbei mit Selbstbegegnung verbunden war - eine Atmosphäre, die den Kindern zur zwanglosen Entfaltung ihres schöpferischen Potentials verhilft, und zwar so, dass ich am Ende der Woche eine Tochter abholte, um die es vor lauter Energie und Präsenz nur so knisterte.

 

Die Kreativität der Kinder zu wecken und dann so zu bündeln, dass ein wirkliches Stück daraus wird: dies ist das Kunststück, das die Leiterin Regula Friedli auf ganz diskrete Weise mit  der Verbindung von  Professionalität und Herzlichkeit zuwege gebracht hat. Eine unvergleichliche Erfahrung.

 

Ruth Noël-Hermann

 

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Theatralis - Foto Theaterlager Ces 2015